Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin….

reggae24 am 27. Mai 2007 um 20:31

Nun ist es offiziell: Berlin ist das BBL-Gegenstück zu den Dallas Mavericks. Heute nachmittag verloren die Albatrosse mit 71:93 in eigener Halle gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück. Damit verabschieden sich die Berliner das erste Mal seit 14 Jahren schon in der ersten Runde der Playoffs. Erstaunlich, dass die Dragons sogar in der Lage waren, die Hauptstädter glatt in drei Spielen zu besiegen.

Quakenbrück kommt zum ersten Mal über die erste Runde hinaus und ist die erste Mannschaft, die von Platz acht aus den Besten der Hauptrunde schlagen kann. Nun wird es sicherlich einiges an Unruhe in Berlin geben, denn es gab nur ein einziges Ziel diese Saison: Meister werden. Wahrscheinlich wird Rödl gehen müssen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Verantwortlichen in Berlin dieses blamable Ausscheiden ohne Konsequenzen hinnehmen werden.

In den anderen Playoff-Paarungen führt Bamberg 2:1 gegen Bonn und die Eisbären Bremerhaven führen ebenfalls 2:1 gegen Köln. Die dritte Partie zwischen Ludwigsburg und Leverkusen läuft zur Zeit noch.

Ein bißchen was….

reggae24 am 23. Mai 2007 um 23:03

So, in letzter Zeit leider nicht ganz so zum schreiben gekommen. Widmen wir und den Dingen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind.

1.) Endlich steht sie fest, die Reihenfolge der diesjährigen Draft-Picks. Und als ich die Ergebnisse der Draft-Lottery las, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Denn die beiden Teams, die bis zuletzt um die besten Chancen in der Draft gekämpft haben und mehr oder weniger offen Spiele abgeschenkt haben, landeten in der Draft weiter hinten. Memphis auf dem vierten Platz und Boston auf dem fünften. Gewinner waren die Blazers aus Portland, vor Seattle und Atlanta. Somit gehen die beiden Stars der diesjährigen Draft, Oden und Durant, in den schon mit reichlich Talent gesegneten Westen. Sicherlich ist der kommende Jahrgang auch in der Breite sehr gut besetzt, dennoch gelten Oden und Durant als Franchiseplayer. Es erinnert ein bißchen an die Draft 03, als LeBron und Carmelo die beiden Superstars waren, in ihrem Windschatten aber auch Stars wie Wade und Bosh in die Liga kamen. Man darf gespannt sein, wie die Draft dann letztendlich abläuft und welche Deals da noch eingefädelt werden.

2.) Die Nets sind raus und Carter ist in den Spielen gegen die Cavs abgetaucht. Sicherlich war die gesamte Serie gegen die Jungs aus Cleveland nicht gerade etwas für Ästheten, aber Carters 19,7 Punkte bei 35% aus dem Feld und 27% von Downtown sind auch kein Brüller. Bei Carter festigt sich bei mir das Bild des Highflyers, der in den Playoffs regelmäßig abtaucht. Sicherlich ist er ein Star, einer der spektakulärsten Spieler der Serie, aber das reicht, um Tickets und Trikots an den Mann zu bringen, aber leider nicht, um in den Playoffs weit zu kommen. Was gegen die Cavs gefehlt hat, war der unwiderstehliche Drive zum Korb. Sicherlich ist Carter mittlerweise 30 und man kann nicht mehr von ihm erwarten, bei jedem Angriff mal eben über den nächstbesten Center zu slammen. Aber ganz offensichtlich funktioniert sein Spiel aus der Distanz auch nicht so wirklich. Naja, in der Offseason geht er ja vielleicht. Meiner Meinung nach nicht unbedingt ein großer Verlust.

3.) Liebe Leute, können wir uns nach der Suns vs. Spurs-Serie mal wieder ein bißchen einkriegen? Waren die Sperren gegen Diaw und Stoudemire berechtigt? Ja, wenn man sich an den Wortlaut der Regeln hält. Hätten auch Spursspieler gesperrt werden müssen, weil sie im selben Spiel bei einem anderen Gerangel unerlaubt das Parkett betraten? Ja, wahrscheinlich schon. Hat Bowen teilweise dreckig und asozial gespielt? Ja, ohne Zweifel. Dennoch kann ich das Gejammer und die teilweise lächerlichen Anschuldigungen in Richtung Stern nicht mehr hören. Ja, die Strafen hätten auch für die Spurs verhängt werden müssen, wenn man denn die “Zero Tolerance”-Politik fährt. Aber dieser Quark, dass Stern die Spurs in die Finals hieven wollte, ist doch totaler Humbug. Zum einen muss man bedenken, dass die Suns in Spiel 5 ohne Diaw und Amare die knappste ihrer vier Niederlagen in der Serie kassiert. Der Ausfall der beiden Spieler hat nicht dazu geführt, dass die Suns auseinandergefallen sind.
Und dann ist Stern vor allem eins: Geschäftsmann. Die NBA ist kein Wohltätigkeitsverein. Warum sollte er den Spurs den Weg in die Finals ebnen, wenn davon auszugehen ist, dass sich hier die Finals von 2005 wiederholen, wo das Aufeinandertreffen der Pistons und Spurs nicht gerade für gute TV-Quoten sorgte? Warum soll er mit den Suns das Team rausschmeißen, dass den attraktivsten Ball spielt und sicherlich noch am ehesten die Massen zum Zuschauen bewegen würde?
Gut, die Spurs haben hart gespielt, teilweise auch überhart. Sind sie dreckig und müssen jetzt mit dem Makel leben? Glaube ich nicht. Auch die Pistons 89 und 90 waren als Bad Boys verschrieen, galten als knüppelhart. Trotzdem haben sie zwei Titel geholt und heute gibt es viele, die dieses Team verehren. Auch die Knicks Anfang der 90er waren alles andere als angenehme Gegner. Immer hart und oft auch außerhalb des eigentlich Zulässigen. Trotzdem würden die Knicks-Fans alles dafür geben, diese Mannschaft wieder zu bekommen. Sollten die Spurs den Titel gewinnen, wird ihnen das Image nach dieser Serie egal sein. Alles was zählt, ist der Titel.

Looking at the Playoffs

reggae24 am 11. Mai 2007 um 22:21

So, schauen wir uns doch mal die Playoff-Begegnungen der Conference Semifinals an.

Detroit - Chicago (3 - 0): Tja, ich muss sagen, dass ich die Serie ein wenig spannender erwartet habe. Doch selbst eine 19 Punkte-Führung zu Beginn des dritten Viertels reichte den Bulls nicht in Spiel 3, um zu einem Sieg zu kommen. Jetzt haben die Pistons sogar die Chance, die Bulls in vier Spielen zu sweepen. Vor allem die brettharte Defense der Pistons macht den Bulls zu schaffen. Die Pistons lassen weniger als 80 Punkte pro Partie zu und offenbaren so die Probleme der Bulls in der Offense. Bei den Bulls fehlt jemand, der am Brett für Gefahr sorgt und somit die Defense der Pistons auseinander ziehen kann. So sind vor allem Gordon und Deng gefordert, die sich aber nur zum Teil durchsetzen können.

Cleveland - New Jersey (2-0): Die beiden Mannschaften kämpfen aus meiner Sicht um das Recht, sich von den Pistons in den Conference Finals abfertigen zu lassen. Bisher bauen die Cavs auf eine gute Defense und eine Überlegenheit bei den Rebounds (50 zu 34,5) und können somit ihre schlechteren Wurfquoten ausgleichen. Bleibt abzuwarten, was die Nets in der heimischen Arena reißen können. Auffällig ist momentan noch, dass sich vor allem LeBron noch zurückhält und bisher auf einen Schnitt von gerade einmal 21 Punkten kommt.

Utah - Warriors (2 - 0): Auch hier fällt die Reboundstatistik ins Auge: 54 - 36 für die Jazz. Dennoch waren die bisherigen Partien relativ knapp und Spiel 2 musste in Overtime entschieden werden. In besagtem Spiel holten Boozer und Okur zusammen genausoviele Rebounds wie das gesamte Team der Warriors. Dafür leisten sich die Jazz deutlich mehr Turnover und kommen so zu einfachen Punkten. Aus den Fehlern der Mavs haben die Jazz ihre eigenen Schlüsse gezogen und setzen vor allem auf die Zonenpräsenz von Carlos Boozer. Er macht den Bulldozer in der Zone und wenn sich die Defense auf ihn stürzt, entstehen so die Lücken für die Jungs draußen. Wer bisher überrascht ist Kirilenko: AK-47 scheint sein Game wiedergefunden zu haben und lieferte in Spiel 2 20 Punkte, 9 Rebounds, 5 Assists und 6 Blocks ab.

Suns - Spurs (1 - 1): Das hier scheint eine enge Serie zu werden. Im knappen ersten Spiel konnten sich die Spurs mit 111 zu 106 durchsetzen. Szene des Spiels war sicherlich der Zusammenprall von Steve Nash und Tony Parker, wobei sich Nash die Nase brach und ganz schön übel blutete. Das Spiel konnte er dennoch beenden und in Spiel zwei featurerte er ein Nasenpflaster, was ein bißchen an die guten alten Nasenpflaster aus den 90ern erinnerte. In Spiel dann überraschen die Suns mit einer starken defensiven Leistung und lassen nur 81 Punkte der Spurs zu. Jetzt geht die Serie nach San Antonio. Ich denke, hier könnte es über die volle Distanz gehen.

Let the bashing begin!

reggae24 am 6. Mai 2007 um 12:17

Es gibt einen neuen Volkssport da draußen, und der heißt: Dirk-Bashing. Was kann man nicht alles gerade lesen: Choker, Pussy, Whimp, alles im Topf der lustigen neuen Spitznamen für Dirk. Ich bin kein großer Dirk-Fanboy und es dauerte auch einige Zeit, bis ich seine Leistungen anerkannt habe und gesagt habe: das ist ein Guter.

Und ich möchte auch klarstellen, dass ich die Leistungen von Dirk in den Playoffs registriert habe. Und ja, sie waren unterirdisch. Vor allem die acht Punkte aus dem letzten Spiel waren ein echter Tiefpunkt. Natürlich sind alle enttäuscht darüber, zumal vor der Saison ja der Titel als Ziel ausgegeben wurde. Und nach einer exzellenten Regular Season, die wohl für Dirk mit einem MVP-Titel gekrönt werden könnte, waren alle davon ausgegangen, dass die Mavs weit kommen würden. Aber wo war der Rest des Teams. Die ganze Zeit kann man hören, dass die Mavs ja so tief besetzt sind und da jeder die Verantwortung übernehmen kann. Aber jetzt bekommt alleine Dirk die Scheiße um die Ohren gehauen. Wo war denn der tiefe Kader, als es darauf ankam?

Dirk muss sich schon seit Jahren mit dem Vorwurf herumschlagen, nicht “clutch” genug zu sein. In den alles entscheidenden Situationen mit dem Druck nicht fertig werden zu können. Bestes Beispiel hierfür: die Finals letztes Jahr, wo Nowe in Spiel 3 zwei entscheidende Freiwürfe nicht machte und die Mavs das Spiel und im Anschluss die ganze Serie aus der Hand gaben. Natürlich ist die Leistung gegen die Warriors reichlich Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die es ja schon immer wussten: Nowitzki ist kein Killer und auch kein Star.

Gut, vielleicht ist Nowitzki kein Clutch-Player wie ein Jordan oder ein Bird. Einer, der gerade dann am besten spielt, wenn es darauf ankommt. Aber wo wären die Mavs denn ohne ihn gelandet? Schon jetzt kann man überall lesen, man sollte Dirk am besten traden, ihn abgeben, denn er wäre das Hindernis, um den Titel zu holen. Dennoch darf man nicht vergessen, was Dirk geleistet hat. Alle diejenigen, die ihn kritisieren und immer wieder die Finals im letzten Jahr als Beweis anführen. Wer zog in Spiel sieben bei 101-104 für die Spurs zum Korb, machte das Ding und bekam noch einen Freiwurf um das Team in Overtime zu retten? Wer hat im wichtigen Spiel fünf der Conference-Finals gegen Phoenix 50 Punkte ausgepackt? Wer hat auch in dieser Saison einige enge Spiele entschieden?

Selbst die Zeitung mit den vier Buchstaben kommt jetzt aus dem Tal der Ahungslosen und fragt, ob Nowitzki nie einen Titel gewinnen wird. Beispiele (neben den Finals 2006): EM-Halbfinale 2001 gegen die Türken (Nowe vergibt zwei Freiwürfe in der entscheidenden Phase) und das EM-Finale 2005. Gut, kann man so stehen lassen. Man kann aber auch fragen, was die DBB-Auswahl ohne Nowitzki in den letzten Jahren geholt hätte. WM-Bronze 2002? EM-Silber 2005? Ich glaube nicht. Gerade bei der EM 2005 war es immer wieder Nowitzki, der uns z.B. gegen Rußland rausgehauen hat. Wo war denn der Rest des Teams? Man darf auch nicht vergessen, dass Dirk immer wieder mitspielt. Wie viele NBA-Stars haben keinen Bock auf Team USA, weil ihnen das zu anstrengend ist? Wie oft ist denn Schrempf zu großen Turnieren mitgekommen, als er in der NBA war? Natürlich entscheidet das jeder selbst, wie er das handhabt, aber als Fan der deutschen Mannschaft bin ich froh, dass wir Dirk in den letzten Jahren dabei hatten.
Sicherlich hat Dirk letztes Jahr keine wirklich überragende WM gespielt. Aber wer aus dem deutschen Kader hatte denn sonst eine Saison mit mehr als 100 Spielen hinter sich? War doch die Chance für andere, sich mal zu zeigen. Und ohne Nowitzkis 47 Punkte gegen Angola hätten sich die Jungs von den Afrikanern wohl den Hintern versohlen lassen. 2008 ist wahrscheinlich Schluss im Dress des DBB. Dann werden sich einige umgucken. Dann kann man sich nicht mehr hinter seinem Star verstecken. Die Verantwortung abschieben. Den Ball immer Dirk in die Hände drücken wenn einem nichts mehr einfällt. Vielleicht klappt es ja trotz allem. Ich bezweifle es.

Im Moment kann man oft lesen, dass Dirk völlig überbewertet ist und auch auf keinen Fall ein neuer Larry Bird. Ja, er ist kein neuer Larry Bird und die Vergleiche fand ich schon immer albern. Aber es ist ja nicht so, dass Dirk sich hinstellt und jedem erzählt, er wäre der neue Larry oder den Hype um seine Person mittragen würde. Ihm das jetzt um die Ohren zu hauen, ist so erbärmlich.

Ja, ich bin enttäuscht vom Ausscheiden der Mavs und auch von der Leistung Nowitzkis. Trotzdem bleibt er für mich einer der besten Spieler in der NBA und auch einer der sympathischsten. Vielleicht fehlt ihm etwas, um einer der ganz großen Spieler zu werden, ein absoluter Superstar zu sein. So what? Mich stört das nicht groß. Gibt ganz andere Spieler, die auf viel frappierendere Art versagen. Schade nur, dass viele, die Dirk noch in der Saison zujubelten, ihn jetzt so schlecht reden.

Golden State Nightmare

rimbo23 am 4. Mai 2007 um 21:30

Was war denn das? Da habe ich gedacht, dass die Mavericks nach Spiel fünf wieder an Selbstvertrauen gewonnen haben, aber Pustekuchen. Bei der 86-111 Niederlage im sechsten Playoff-Spiel der ersten Runde war von Selbstvertrauen so mal gar nix zu spüren. Leider konnte auch Dirk Nowitzki nicht an die Leistung des letzten Viertels von Spiel fünf anknüpfen, in dem er andeutete, warum er der MVP der Regular Season ist, bzw. wahrscheinlich wird.

Vielleicht ist das Team nicht mit dem Druck fertig geworden, den es selbst von Beginn der Saison an erzeugt hat. Unter dem Meistertitel geht gar nichts hieß es da. Dass die individuellen und die Team-Stats sehr enttäuschend ausfielen, könnte aber auch daran gelegen haben, dass die Warriors taktisch vorzüglich von Don Nelson (ehemals Dallas-Coach und Förderer von Dirkules) eingestellt wurden und sich (vor allem in Spiel sechs) mit Unterstützung der Fans in einen Rausch spielten. Was mich ein wenig wundert, ist, dass Coach Avery Johnson bis heute kein Mittel gefunden hat, um gegen den Angstgegner bestehen zu können. In der laufenden, oder besser abgelaufenen Saison hat Dallas ACHT von zehn Spielen gegen Golden State verloren. Um so bitterer, wenn man während der Regular Season das mit Abstand beste Team der Liga war.

Um nochmal zu Dirk zu kommen: Charles Barkley sagte bei TNT, dass Nowitzki ein großartiger Spieler sei. Er hat sich aber ziemlich darüber gewundert, dass Dirk in der Serie gegen die Warriors nur äußerst selten zum Korb gezogen sei und versucht hat leichte Punkte zu machen, um sich so sein Selbstvertrauen zurück zu holen. So waren es nur Sprungwürfe, die meistens nicht im Korb landeten und ihn noch weiter runtergezogen haben. Da kann ich mich der Meinung von Sir Charles nur anschließen.

Auch wenn jetzt wieder die Diskussion aufkommt, dass Nowitzki kein guter Führungsspieler ist, bin ich fest davon überzeugt, dass er es innerhalb der nächsten fünf Jahre schafft, mindestens einen Meisterring am Finger zu tragen. Und das immer noch als Go-to-Guy und nicht als Bankspieler in San Antonio. Wenn man die richtigen Konsequenzen aus solchen bitteren Situationen zieht, kommt man gestärkt zurück. Selbst bei Michael Jordan hat es mit der Meisterschaft nicht auf Anhieb geklappt…

Enttäuscht bin ich trotzdem von Dirk und seinen Mavs. Schade!

Big relief in Texas

reggae24 am 26. April 2007 um 20:23

Puuh, denken sich jetzt viele Basketball-Fans im sonnigen Texas. Letzte Nacht konnten die Mavs und die Spurs ihre jeweiligen Playoff-Serien ausgleichen. Nach den überraschenden Auftaktniederlagen haben die Favoriten die nötigen Siege eingefahren.

Nach nur knapp 35% Wurfquote im ersten Spiel gegen die Warriros waren die Mavs in der Lage fast 49 Prozent im gegnerischen Korb zu versenken, aber sie ließen auch 47% bei den Warriors zu. Leider muss man sich fagen, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätten Baron Davis und Stephen Jackson nicht jeweils zwei technische Fouls bekommen, wodurch sie wesentlich früher als geplant Feierabend machen konnten. Bleibt abzuwarten, ob sich die Mavs noch weiter steigern können, vor allem in der Defensive und ob Dirk sich jetzt auch noch besser in Szene setzen kann.

Einer der größten Unterschiede bei den Spurs zu der 89-95 Niederlage im ersten Spiel, war der Umstand, dass die Spurs in der Lage waren, die Punkte von Iverson und Anthony zu beschränken. Schenkte das Duo den Texanern im ersten Spiel noch 61 Punkte ein, waren es letzte Nacht “nur” 46. Auch konnte die Defense der Spurs die Nuggets bei einer Wurfquote von 38,8% halten (45,5% in Spiel 1).

Beide Serien könnten sich dann doch spannender gestalten, als ich es vorhergesehen habe. Mal schauen, was die Underdogs jetzt in eigener Halle reißen können.

Eine kleine Umfrage

reggae24 am 22. April 2007 um 14:04

Playoff-Preview West

reggae24 am 22. April 2007 um 13:56

So, nach der Vorschau für den Osten hier noch die Preview für den Westen.

Dallas (1) vs. Golden State (8): Die Warriors (42-40) haben sich kurz vor Schluss noch den letzten Playoff-Platz sichern können. Mit Coach Don Nelson ist die Marschrichtung der Warriors klar: Offense, Offense und ähh, Offense. Und Scorer hat das Team genügend. Die Mavs hingegen (67-15) sind die ganz klare Nummer eins der NBA. Avery Johnson hat vor anderthalb Seasons das Team übernommen und vor allem Wert auf eine gute Defense gelegt und es ja auch prompt im letzten Jahr in die Finals geschafft. Zwar haben die Warriors die letzten sieben Begegnungen gewinnen können, aber hier sind wir ja in den Playoffs und ich denke die Mavs werden sich nicht von Warriors überraschen lassen. Daher geht die Serie auch an die Jungs um Dirk.
Ergebnis: 4-1 für die Mavs

Phoenix (2) vs. Lakers (7): Wie auch im letzten Jahr treffen in der ersten Serie die Lakers (42-40) und die Suns (61-21) aufeinander. Die Phoenix Suns kommen mit den drei All-Stars Nash, Marion und Stoudemire in die Serie während Kobe auf Seiten der Lakers relativ auf sich allein gestellt ist. Die Frage ist, wer neben ihm auf seiten der Lakers noch für Punkte sorgen kann. Denn auch wenn Kobe den Suns 40 Punkte in Serie einschenken sollte, wird das nicht viel helfen, denn Phoenix seinerseits hat einfach so viele Offensivoptionen, dass Phil Jackson wahrscheinlich schon Rat im Buddhismus sucht. Da Kobe der Support im Team fehlt, wird es eine eher kurze Serie. Spannender wird es sein, ob Bell und Bryant sich wieder an die Gurgel gehen werden.
Ergebnis: 4-1 für Phoenix

San Antonio (3) vs. Denver (6): Die Nuggets (45-37) haben sicherlich ihre Stärken im Angriff mit ihrem Scorer Duo Iverson/Anthony. Die Spurs (58-24) hingegen sind seit Jahren vor allem für ihre Defense und ihr als “langweilig” verschrieenes Spielsystem bekannt. Mit Duncan und Bowen haben sie zwei defensive Asse in ihren Reihen. Bei den Nuggets steht alleine Camby für Defense und steht auch bei einigen als Defensive Player of the Year auf dem Zettel. Die Spurs werden sich mit ihrem Spielstil durchsetzen und das Tempo verschleppen, was den Nuggets nicht so schmecken wird.
Ergebnis: 4-2 für die Spurs

Utah (4) vs. Hosuton (5): Die Rockets (52-30) bauen vor allem auf ihr Duo Ming/McGrady. Beide hatten unter der Saison mit Verletzungen zu kämpfen, aber nun scheinen beide fit zu sein und bereit für die Playoffs. Die Jazz (51 - 31) sind eine der positiven Überraschungen der Saison. Sloan hat hier eine schlagkräftige Truppe geformt, aus der vor allem Boozer positiv herausstach. So konnt Utah auch den Leistungsabfall von Kirilenko verkraften, der diese Saison nicht wirklich überzeugen konnte. Zum Leidwesen der Jazz-Fans haben die Jungs aus Utah zum Ende der Saison hin stark abgebaut und noch einige Niederlagen eingefahren. Die Rockets werden sich auf ihre Superstars und ihre Defense verlassen können und diese Serie nach Hause fahren.
Ergebnis:
4-1 für die Rockets

Playoff-Preview East

reggae24 am 20. April 2007 um 21:35

Endlich wird es jetzt richtig spannend. Keine Ausreden mehr, keine lahmen Spiele, sondern do or die. Hier also die Paarungen und meine Vorhersagen.

Detroit (1) vs. Orlando (8): In der ersten Runde bekommen es die Pistons (Regular Season 53-29) mit den Orlando Magic (40-42) zu tun. Die Pistons sind das beste Team im Osten und haben vor allem nach der Aufnahme von Chris Webber noch zulegen können. Die Magic hingegen haben nach einem 13-4 Start immer mehr abgebaut. Einzige Konstante im Team ist Dwight Howard. Die anderen Spieler des Teams wie Grant Hill, Hedo Turkoglu sind nicht konstant genug. Am Ende sind die Defense, die Playoff-Erfahrung und das Spielermaterial der Pistons ein paar Nummern zu groß für die Magic.
Ergebnis: 4-0 für die Pistons

Cleveland (2) vs. Washington (7): Im letzten Spiel hieven sich die Cleveland Cavaliers (50-32) auf den zweiten Platz der Eastern Conference. Nun treffen sie auf die Washington Wizards (41-41), die nach dem Ausfall von Gilbert Arenas und Caron Butler einen Großteil ihrer Schlagkraft eingebüßt haben. Die von LeBron James angeführten Cavaliers werden wahrscheinlich keinen allzu großen Widerstand vonseiten der Wizards befürchten müssen.
Ergebnis: 4-1 für die Cavaliers

Toronto (3) vs. New Jersey (6): Die Toronto Raptors (47-35) haben eine erstaunlich gute Saison hingelegt. Vor der Saison kamen viele neue Spieler hinzu, dennoch konnten sich die Raptors den Spitzenplatz in der Atlantic Division sichern. Bei den Nets (41-41) sieht es genau umgekehrt aus. Mit hohen Erwartungen gestartet, wurde die Saison von Verletzungen überschattet, so dass am Ende nur der sechste Platz raussprang. Würze erhält die Serie durch die Rückkehr von Vince Carter nach Toronto. Da ist für Spannung gesorgt. Der Backcourt der Nets ist stark besetzt, doch unter dem Brett fehlt es durch die Verletzung von Nenad Krstic an Power, im Gegensatz zu den Raptors, die vor allem auf Chris Bosh zählen können. Am Ende sage ich hier eine kleine Überraschung vorraus und sage, dass sich die Nets in einer relativ engen Serie durchsetzen können.
Ergebnis: 4-2 für die Nets

Miami (4) vs. Chicago (5): Die Bulls (49-33) hätten es in der ersten Runde wahrlich einfacher haben können. Statt auf die Wizards treffen sie nach der Niederlage im letzten Saisonspiel auf den amtierenden Meister aus Miami (44-38). Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnten die Heat die Playoffs verpassen. Doch nach dem Ausfall von Dwyane Wade fuhren sie erstaunlich viele Siege ein. Wade ist wieder da, aber noch nicht ganz der Alte. Die Bulls hingegen spielen diese Saison vor allem eine starke Defense, angeführt von Ben Wallace. Die Heat werden von ihrer enormen Erfahrung profitieren und sich knapp gegen die Bulls durchsetzen können.
Ergebnis: 4-2 für die Heat

Tanked

reggae24 am 18. April 2007 um 20:59

Schon der verehrte Blog-Kollege JaCa hat hier schon auf das Thema dieses Posts angesprochen. Es geht das Abschenken einer ganzen Saison, was man in den USA mit dem Begriff “to tank a season” beschreibt. Oft resultiert dieses aus Verletzungen wichtiger Spieler, die früh ausfallen und dafür sorgen, dass ein Team relativ früh schon den Kampf um die Playoffs aufgeben muss. Beispiele hierfür sind dieses Jahr die Boston Celtics (Paul Pierce, Wally Szczerbiak) oder die Memphis Grizzlies (Pau Gasol).

In den Köpfen der Vereinsverantwortlichen reift nun die Vorstellung heran, dass es günstiger ist, die Saison komplett abzuschreiben. Schließlich hat das schlechteste Team einer Saison die besten Aussichten auf einen Top-Pick. Diese Saison ist diese Vorgehensweise besonders lukrativ, denn mit Durant und Oden kommen zwei potentielle Franchise-Player und auch sonst spricht vieles für einen guten und tiefen Draft. Nun nimmt man seine Stars möglichst lange aus dem Spiel, auch wenn sie gesund sind und täuscht zur Not Verletzungen vor. Natürlich lässt sich das in der Regel kaum beweisen. Aber zum Glück gibt es da ja noch Jungs wie Bostons Ryan Gomes, der sich neulich wie folgt äußerte (gefunden via Deadspin):

“I probably (would have played), but since we were in the hunt for a high draft pick, of course things are different,” Gomes said. “I understand that. Hopefully things get better. Now that we clinched at least having the second-most balls in the lottery, the last three games we’ll see what happens. We’ll see if we can go out and finish some games” 

Die Aussagen relativierte er dann später, aber das nur am Rande. So verständlich diese Vorgehensweise ist, so stelle ich mir aber schon die Fragen, ob es:

a) nicht geradezu wettbewerbsverzerrend ist? Denn es stellt dann ja schon einen Unterschied dar, ob ich am Anfang gegen so ein Team spiele, oder erst später in der Saison, wenn die Jungs nur noch mit halber Kraft spielen. Mir ist gleichwohl bewusst, dass es in einer solch langen Saison immer wieder Spiele gibt, wo Spieler geschont werden, oder auch nicht jedes Spiel mit dem gleichen Ehrgeiz gespielt wird. Dennoch würde mich interessieren, was Stern dazu sagt?

b) Wie ist das für einen Paul Pierce oder einen sonstigen Star, wenn er nicht aufs Feld darf und den Verletzten geben muss, um in der nächsten Lottery besser dazustehen? Kriegt man da nicht Pickel, wenn man eigentlich raus auf den Court will, aber nicht darf? Oder ist es egal, ist ja schließlich leicht verdientes Geld?

c) Was ist mit den Fans, die teilweise viel Geld für Dauerkarten ausgeben? Kommen die sich nicht verschaukelt vor, wenn dann Abend für Abend eine Trümmertruppe aufs Feld kommt?

d) Ist es diese Saison schlimmer als die letzten Jahre, oder nehme ich es nur verstärkt war?

Komisch ist nur, dass sich sonst die NBA immer so zeigt, als würde es immer um die Competition gehen, um den Willen zu siegen.

In diesem Artikel wird die Frage erörtert, ob man nicht die Möglichkeit einführen sollte, dass die schlechtesten Teams der NBA in die NBDL absteigen können, während die besten Teams der NBDL nach oben gehen. Natürlich wird es dazu nicht kommen. Zum einen sind die NBA-Teams Wirtschaftsunternehmen, und welcher Eigner erklärt sich freiwillig dazu bereit, aus der Liga auszuscheiden und dann weniger zu verdienen? In dem besagten Artikel wird das Beispiel der europäischen Fußball-Ligen angeführt, aber man darf nicht vergessen, dass viele europäische Großvereine am liebsten eine europäische Eliteliga gründen würden, ohne Champions League-Quali und ohne Auf- und Abstieg. Von daher wird das System auch in Europa nicht als perfekt angesehen.

Ein weiterer Grund gegen ein solches Aufstiegssystem dürfte die NBA selber sein. In den letzten Jahren hätte es bei einer solchen Regelung auch z.B. die New York Knicks erwischen können. Und New York ist nun einmal der größten Märkte der NBA. Stern hätte also keinerlei Interesse, dass diese Märkte temporär schrumpfen.

Es bleibt also wie es ist, jedenfalls scheint es so. Mich würde interessieren, was der geneigte Leser davon hält. Ist es egal? Ein Ärgernis? Ein notwendiges Übel?